Es müssen Toiletten geschaffen werden - Ein Leserbrief von Elisabeth Wolf

Zur Berichterstattung rund um den Thumsee:


"Das nächtliche Parken von Wohnmobilen am Thumsee ist gottlob nun untersagt. Bei dem Boom für Wohnmobile handelt es sich heute ja nicht mehr nur um Einzelfälle, die man tolerieren könnte.


Um den Thumsee zu schützen, eine der wenigen verbliebenen Attraktionen Reichenhalls, bedürfte es aber noch mehr: Der Thumsee ist kein ,glasklarer Gebirgssee‘ mehr, auch wenn das Reichenhaller Tagblatt das gerne schreibt. Leider ist in den letzten 30 Jahren die Belastung des Sees durch die ständig zunehmende Anzahl der Badenden und die Stickoxyde des rasant wachsenden Schwerlastverkehrs zu groß geworden. Der Algenbewuchs wird immer mehr. Heuer war das Wasser erstaunlicherweise etwas klarer als in den letzten Jahren (weniger Verkehr und Stickoxyde?), aber es ist flaschengrün.


Der schöne See zieht in der Badesaison immer größere Menschenmassen an, wie das ständige Parkchaos zeigt. Außerhalb der Badeanstalt steht diesen nur eine einzige öffentliche Toilette zur Verfügung, die leider wenig gepflegt ist und daher oft gemieden wird. Die Folge ist, dass von den Tausenden Besuchern im Sommer hektoliterweise menschlicher Urin in den See gelangt. Wenn dies nicht rasch vermindert wird, wird das Wasser irgendwann ,umkippen‘ – eine Jahrzehnte lang nicht mehr rückgängig zu machende Katastrophe.


Für die beliebten Badestellen am Ostende und der Sandreiße im Westen müssten dringend Toiletten geschaffen werden. Der See ist voll kanalisiert, WCs wären also sicher möglich. Für unsere finanziell angeschlagene Stadt ist die Einrichtung und Pflege zweier Toiletten zwar eine erhebliche Ausgabe. Gemessen an dem Schaden, den der Untergang des Thumsee-Idylls für Reichenhall bedeuten würde, aber doch gering.


Gegen das Unheil, das die übermäßige Biberpopulation um den See anrichtet, ist man machtlos. Die Folgen übermäßiger Menschenansammlungen könnte man mildern."

Elisabeth WolfBad ReichenhallLeserbriefe sind Äußerungen des Verfassers und brauchen mit der Meinung der Redaktion nicht übereinzustimmen. Ein Anspruch auf Abdruck besteht nicht. Die Redaktion behält sich das Recht zu sinnwahrenden Kürzungen vor. Über Leserbriefe kann keine Korrespondenz geführt werden. Bitte geben Sie Ihre Adresse und Telefonnummer für eventuelle Rückfragen an.


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Beitrag : Bad Reichenhaller Tagblatt - 06.10.2020

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